Gesundheit & Wellness

Wellness – Ökonomisch wertvoller Trend

© marrakeshh / fotolia.com

 

Wo man auch hinsieht, überall kann man sich Wohltuendes für Geist und Körper kaufen. Wellnessurlaub, Wellnessprodukte – die einfachsten Artikel und Dienstleistungen sollen auf einmal für ein besseres Wohlbefinden sorgen. Wie das?

Wellness ist in Deutschland kein geschützter Begriff, daher steht es jedem frei sein Produkt als solches zu vermarkten. Wen wundert es da, dass Wellness inzwischen zu einem beliebten Werbewort avanciert ist? Socken, Tee, Müsli, Marmelade, Mineralwasser oder Nahrungsergänzungsmittel: Viele Otto-Normalverbraucher-Produkte bekommen in diesem Zuge gerne mal ein „Upgrade“. Das heißt den Wellness-Stempel inkl. einer ordentlichen Preiserhöhung und einem marketingstrategischen Hype. Das gilt aber nicht nur für Produkte, sondern auch für Hotels und Urlaubsreisen. Ein Urlaub in einem exklusiven Wellness & Spa Hotel? Informieren Sie sich bereits im Vorfeld, sonst finden Sie sich am Ende in einem überteuerten Hotel wieder, das lediglich mit einem Pool und einer Sauna ausgestattet ist – und das findet man heutzutage eigentlich auch in jedem größeren Schwimmbad.

 

Der eigentliche Gedanke hinter dem Wort

Wer sich wirklich für Wellness interessiert, muss hinter die Kulissen blicken. Denn der ursprüngliche Gedanke beinhaltete weit mehr als die Vermarktung und den Vertrieb entsprechender Konsumgüter. Der Begriff wurde erstmals 1654 im Oxford English Dictionary als wealnesse erwähnt. Rund 300 Jahre später, in den 1970er Jahren, entwickelten die US-Ärzte Donald Ardell und John Travis unter diesem Begriff das erste Konzept eines ganzheitlichen Gesundheitsmodells, dessen zentrale Stützen die Eigenverantwortung jedes Einzelnen für seinen eigenen Körper und die Krankheitsprävention waren.

Dr. Ardell definiert Wellness gegenüber dem Deutschen Wellness Verband als „eine Lebensphilosophie: Das Streben nach mehr Lebensqualität durch einen bewussten, disziplinierten Lebensstil.“ Eine Philosophie, bei der man sich kontinuierlich über seine eigene Existenz, seinen Körper und sein Wirken freut. Wer diese Philosophie lebt, der braucht auch keine so genannten Wellness-Produkte!

3