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Opi war Superman – unsere Helden altern, aber nicht für uns!

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Das letzte Jahrhundert war das Zeitalter der Helden: Comic-Helden wie Superman, Batman und Spiderman, Agenten wie James Bond fiktive Helden aus Kriegs-, Western- und Abenteuerfilmen sorgten in Comic-Heften und auf der Leinwand für abwechslungsreiche, aufregende Unterhaltung. Welches Kind kennt sie nicht? Dabei wurden ihre Geschichten zum Großteil Anfang des 20. Jahrhunderts erfunden!

Clint Eastwood – Darsteller des wortkargen Western- und Actionhelds

Neben John Wayne ist Clinton Eastwood jr., der wie Sean Connery im Jahr 1930 geboren wurde, der Schauspieler, der die Darstellung des typischen Westernhelden des letzten Jahrhunderts am meisten geprägt hat. Der US-amerikanische Schauspieler hatte bereits in den 1950er Jahren einige Nebenrollen im Fernsehen, seinen Durchbruch erlebte er durch seine Rolle als Abenteurer: 1964 spielte er in dem Western „Für eine Handvoll Dollar“ mit, der zu einem Kassenschlager wurde und die Italo-Western-Welle der 1960er Jahre auslöste. Erst Anfang der 70er Jahre wurde Clint Eastwood zu einem der weltweit erfolgreichsten Filmschauspieler. Seit 1964 hat er in insgesamt 45 Spielfilmen die Hauptrolle gespielt. Zusätzlich wurde er bekannt als Filmregisseur, Produzent, Komponist und Politiker.

Sind unsere Helden noch zu gebrauchen?

Unsere Helden altern also zusehends! Brauchen wir neue Helden? Die Western-Begeisterung hat allgemein abgenommen. Superkräfte aber kann es scheinbar nie genug geben! Superman und James Bond halten sich eisern über die Jahrzehnte hinweg. Nicht nur die Erfinder-Generation interessierte sich für ihre Heldentaten – die nachfolgenden Generationen tun es ebenfalls unablässig. Woran liegt das?

Superman – Comic-Held der ersten Stunde

Die Story von Superman wurde in den 1930er Jahren erfunden. Dessen Schöpfer waren die beiden US-Amerikaner Jerome „Jerry“ Siegel und Joseph „Joe“ Shuster. Superman gilt allgemein als erster Superheld der Comicgeschichte. Bereits in den frühen 1940er Jahren waren Superman-Comics weltweit bekannt und erhältlich. Nach der Zeichentrickserie von 1941 kam Superman erstmals 1948 mit realen Schauspielern als Serial in die amerikanischen Kinos. Der erste Kinofilm von Superman wurde 1978 gezeigt. Die Superman-Darsteller George Reeves und später Christopher Reeve gaben dem Helden ihr Gesicht. Superman inspirierte zahlreiche Comic-Autoren zu weiteren Superhelden-Geschichten. Gehalten hat sich Superman über all die Jahrzehnte wahrscheinlich nicht nur deshalb, weil seine Geschichte so gut war, sondern auch, weil er sich im Laufe der Zeit immer wieder anpasste – mit seinem Aussehen, den Fähigkeiten und Schwächen sowie den Gegnern. Mittlerweile gibt es sogar Videospiele für Xbox, Xbox 360, PlayStation2 und Gamecube dazu. Mit der Serie „Smallville“ und dem Schauspieler Tom Welling in der Rolle des Clark Kent bleibt Superman auch aktuell ein regelmäßiges Fernseh-Highlight. Die ursprüngliche Superman-Figur ist inzwischen so alt wie unsere Großeltern-Generation – doch bleibt sie in unserer Vorstellung immer jung oder zumindest in mittlerem Alter.

James Bond – Action-Held mit Stil

Der britische Schriftsteller Ian Lancaster Fleming (1908-1964) war der Erfinder der Romanfigur James Bond. Seine Bücher ließen viel Freiheit für die Hintergrundgeschichte und das Aussehen des Agenten. Während sich die Filme in den 1960er und 1970er Jahren noch sehr an den Romanvorlagen von Fleming orientierten, wurden ein Jahrzehnt später nur noch Kurzgeschichten herangezogen bis die Filme schließlich ab 1989 komplett ohne literarisches Vorbild aufgebaut wurden. Eine Ausnahme ist der Film Casino Royal (2006). Wie Superman hat es auch James Bond ins neue Jahrtausend geschafft: Neue Verfilmungen gibt es genauso wie unzählige Videospiele zu seinen Abenteuern. Mit der Darstellung von James Bond erreichten verschiedene Schauspieler den Durchbruch oder gelangten zu Weltruhm. Bis heute zählt der erste Bond-Darsteller Sean Connery zu den beliebtesten Schauspielern. Nachdem er in den 60er Jahren in der Rolle als James Bond berühmt wurde, gelangen ihm weitere Erfolge als Schauspieler. Obwohl er 1930 geboren und damit inzwischen 80 Jahre alt ist, lässt seine Popularität nicht nach. 1989 wurde der damals 69-Jährige zum Sexiest Man Alive und zum Sexiest Man of the Century gekürt. Sein Bond-Nachfolger Roger Moore erhielt ebenfalls immense Anerkennung für seine Schauspielkunst. Wie bei Sean Connery folgten auch bei Roger Moore zahlreiche Preise und Ehrungen, die er durch seine jahrzehntelange Karriere als Schauspieler erarbeitete. Die anderen Bond-Darsteller wurden weniger gefeiert. Neueste Stars am Bond-Himmel sind Pierce Brosnan und aktuell Daniel Craig. Die Filme überschlagen sich vor Action und neuester Technik, während die Geschichte dahinter zurücksteht. Nicht nur die Superman-Figur ist im Wandel, sondern auch James Bond. Ein kleines Beispiel ist das Aussehen des Superagenten: Galt Brustbehaarung bei Sean Connery noch als sexy, verkörpert Daniel Craig heute eher den glatten Helden. Wie auch immer: James Bond bleibt auch der heutigen Jugend erhalten.

Bei so viel Anpassungsfähigkeit an aktuelle Bedürfnisse und Visionen, braucht es vielleicht keine grundlegend neuen Helden – dafür aber neue Abenteuer und auf jeden Fall gute Schauspieler, die eine Identifikation mit der Figur weiterhin möglich machen.

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