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Die Geschichte der Kirchweih

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Die Kirchweih, wie sie uns heute vielerorts begegnet, hat ihren (religiösen) Ursprung im Mittelalter. Damals wurde anlässlich der Weihe einer Kirche oder eines Kirchengebäudes ein jährlich wiederkehrendes Fest gefeiert. Der Jahrestag wurde damals nicht zwangsläufig am eigentlichen Tag der Weihe gefeiert.

Mancherorts fiel die Feier auch auf den Namenstag des kirchlichen Schutzpatrons oder auf den allgemeinen (bayerischen) Kirchentag am dritten Sonntag im Oktober.

Entwicklung in Bayern

Da die Bewohner eines Ortes natürlich auch gerne die Kirchweihen der umliegenden Nachbarorte besuchten, stiegen in den Augen der Kirchoberen die unverhältnismäßigen Vergnügungen samt Alkoholgenuss enorm an. In der Konsequenz wurde 1866 für Bayern ein zentrales Datum zur Begehung der jährlichen Kirchweihfeste festgesetzt: der dritte Sonntag im Oktober. Dieser Termin setzte sich aber nicht überall durch: Das Bistum Würzburg feierte weiterhin am zweiten Sonntag im November. Auch heute findet in der Domstadt noch die Allerheiligenmesse statt, die mit dem zweiten Sonntag im November endet.

Tradition und Brauchtum

Je nach Region variieren – damals wie heute – die verschiedenen Kirchweihbräuche und -traditionen. Es gibt diverse Eröffnungsdialoge und -sprüche, Fassanstechen, Kirchweihburschen (und -mädchen); Kirchweihbäume, die aufgestellt und bewacht werden, Reigentänze, Festumzüge, Verkaufsstände (fahrender) Händler, Viehmessen und den Verkauf von landwirtschaftlichen Produkten und Haushaltswaren aller Art.

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