Gesundheit & Wellness

Ganzjähriges Wundergemüse: Möhren sind gesund!

© George Dolgikh / fotolia.com

 

Möhren, Karotten, Mohrrüben, Rübli, Gelbe Rüben – das ganzjährige Traditionsgemüse hat viele Namen, Formen, Farben und eine vielseitige Wirkung. Möhren eignen sich für die Frühlingsdiät, als regelmäßige Gemüsebeilage und sollen sogar gegen Krankheiten helfen. Und stimmt es auch, dass man sich durch ihre Einnahme den Selbstbräuner sparen kann?

 

Historischer Hintergrund

 

Ursprünglich stammen die Möhren wahrscheinlich aus Mittelasien, wo sie bereits vor 4.000 Jahren angebaut wurden. In unseren Gefilden kultivierten die Germanen dieses Gemüse und nannten es „morha“, woraus sich der Begriff „Möhre“ ableitet. Ihr Aussehen ist durchaus unterschiedlich: kugelrund, ei-, walzen-, kegel- oder walzenförmig, von dünn bis dick und verschiedenfarbig – fast weiß, gelb, orange, rot, violett oder sogar fast schwarz.

 

Vorkommen und Verwendung

 

Möhren gibt es das ganze Jahr über auf dem Markt: im Frühsommer die süßen Bundmöhren, im Sommer und Herbst die Waschmöhren und im Winter die lagerfähigen Wintermöhren. Erstere werden im Februar oder Anfang März ausgesät und im Juni geerntet. Sie sind als Frühlingsgemüse besonders zart und süß. Bei 0 bis 1 Grad Celsius sind sie bis zu 10 Tage haltbar. Die später ausgesäten und geernteten Waschmöhren sind weniger süß und maximal vier Wochen haltbar. Die Wintermöhren können bei optimaler Lagerung (im Kühlschrank zwischen 0 und 2 Grad) bis zum nächsten Frühjahr haltbar bleiben.

Möhren sind in der Küche so vielfältig verwendbar wie kaum ein anderes Gemüse. Sie eignen sich als Rohkost, gekochte oder gebratene Gemüsebeilage, Püree, Saft, Babynahrung, für Aufläufe, für das Leipziger Allerlei und zum Kuchenbacken sowie als Teesorte. Die Handhabung in der Küche ist einfach: sorgfältig unter fließendem Wasser abbürsten und/oder mit dem Sparschäler schälen. Danach im Ganzen lassen oder schneiden: in Scheiben, Stifte, Würfel oder Rauten. Gegart werden Möhren üblicherweise in siedendem Salzwasser – je nach Größe der Möhren und Geschmacksvorliebe 10 bis 20 Minuten lang. Möhren eignen sich auch zum Tiefgefrieren, dafür putzt man sie und blanchiert sie nur 3 Minuten lang.

Tipp: Der menschliche Körper kann das wertvolle Provitamin A aus den Möhren nur aufnehmen und es in Vitamin A (Retinol) umwandeln und produktiv verwerten, wenn es mit Fettzugabe eingenommen wird. Also immer etwas Butter, Öl oder Sahne zu den Möhren geben.

 

Gesundheit

 

Möhren sollen gesund sein? Kein Wunder, denn schon eine Vielzahl ihrer Inhaltsstoffe ist gesund:

  • Provitamin A (Alpha-, Beta-Carotin)
  • Vitamin B1
  • Vitamin B2
  • Vitamin C
  • Vitamin E
  • Kalium
  • Calcium
  • Eisen
  • Folsäure
  • Natrium
  • Magnesium
  • Mangan
  • Selen
  • Kupfer
  • Zink
  • Jod
  • Pektin

 

So werden den Möhren positive Wirkungen für den Körper und Heilwirkungen gegen unterschiedliche Beschwerden nachgesagt:

  • Therapeutisches Lebensmittel bei Essstörungen von Säuglingen und Kleinkindern sowie bei Vitamin A-Mangel
  • Hausmittel bei Verdauungsstörungen (Erbrechen/Durchfall) von Säuglingen und Kleinkindern
  • Hausmittel bei überreiztem Magen-Darm-Trakt (für Besserung sorgt der hohe Anteil an Ballaststoffen)
  • Hilfreich bei Schleimhautentzündungen von Magen und Dünndarm (dafür sorgen Pektine)
  • Wurmabtreibend, zum Austreiben von Darmparasiten
  • Förderung der Harnausscheidung
  • Vorbeugungsmittel gegen Erkältungen und hilfreich bei Mandelentzündungen, Infekten der Bronchien, der Lunge und der Nasen-Rachenschleimhaut (dafür sorgt der hohe Vitamingehalt)
  • Schutz vor Arteriosklerose und Krebserkrankungen (dafür sorgen Alpha- und Beta-Carotin und deren antioxidativen Wirkung im Stoffwechsel)
  • Schutz gegen zellschädigende Substanzen, die bei Stress, hoher UV-Belastung und durch Zigarettenkonsum vermehrt auftreten (dafür sorgen Alpha- und Beta-Carotin)
  • Wichtig für Knochenwachstum, Reproduktion, Zellteilung, Sehvermögen, Haut, Schleimhaut, dient als Schutz vor Infektionen (dafür sorgt Vitamin A)
  • Aktivierung des Immunsystems und Kontrolle über die geordnete Zellteilung, so dass die Entartung einer gesunden Zelle zu einer Krebszelle vermieden wird (dafür sorgt Beta-Carotin)
  • Evtl. Vorbeugung von Krebsvorstufen wie Leukoplakien und Dysplasien (Studien aus den 90er Jahren weisen darauf hin)
  • Angebliche Verbesserung der Lernfähigkeit
  • Heilungsfördernd angeblich bei Knochenbrüchen (dafür täglich ein Glas frischen Möhrensaft trinken)
  • Angeblich nützlich zur Behandlung von Hautkrankheiten wie Sonnenallergien
  • Breiumschläge helfen gegen Erfrierungen und Verbrennungen und hemmen die unschöne Narbenbildung
  • Möhren als Energiespender (dafür sorgen Glukose und Saccharose)

 

Möhren als Selbstbräuner von Innen?

Und damit der Sommer ein voller Erfolg wird, kommen wir jetzt noch zu der Beantwortung der anfänglich gestellten Frage: Stimmt es auch, dass man sich durch das Essen von Möhren den Selbstbräuner sparen kann? Karotten enthalten den Naturfarbstoff Beta-Carotin, der ihnen ihre orange Farbe gibt. Da liegt der Gedanke nahe, dass auch die Haut des Menschen dadurch gefärbt werden kann. Der Beweis wird von Kleinkindern angetreten, die zum Teil sehr viel Vitamin A zu sich nehmen und dadurch zeitweise eine Hautverfärbung aufweisen. Bei Erwachsenen ist es jedoch so, dass für eine dauerhafte Hautbräune eine viel zu hohe Menge vonnöten wäre: Um einen sichtbaren Effekt zu erzielen, müsste ein Erwachsener über längere Zeit täglich zwischen 3 und 5 kg Möhren essen. Beta-Carotin ist also nicht als Selbstbräuner von Innen geeignet.

0